Die Fußball WM 2018 in Russland

Vom 14. Juni bis zum 15. Juli 2018 steigt in Russland das größte Fussballfest der Welt. Dann findet nämlich die 21. Auflage der FIFA Fussballweltmeisterschaft statt. Die WM gilt als größtes Sportevent der Welt, sogar noch größer als die olympischen Spiele. Auch bei der nächsten Auflage des Turniers werden wieder Teams aus aller Welt antreten um die Krone des Nationalmannschaftsfussballs für sich zu gewinnen, den goldenen WM-Pokal. Hier findet ihr alles Wissenswerte über das WM-Turnier, den Gastgeber Russland und die WM-Teilnehmer.

Das Luschniki Stadion in Moskau ist das Ziel aller 209 Teams die an der Qualifikation zur WM teilnehmen, hier wird am 15. Juli das Endspiel ausgetragen. Photo: Shutterstock.

Das Luschniki Stadion in Moskau ist das Ziel aller 209 Teams die an der Qualifikation zur WM teilnehmen, hier wird am 15. Juli das Endspiel ausgetragen. Photo: Shutterstock.

WM 2018: Wie und wann wurde das Turnier vergeben?

Ab 2009 konnten sich interessierte Nationen für die Ausrichtung der WM 2018 bei der FIFA bewerben. Aus änfänglich 9 Interessenten blieben am Ende vier übrig. Die gemeinschaftsbewerbungen von Portugal mit Spanien, Holland mit Belgien, die Bewerbung Englands und die schlussendlich erfolgreichen Russen. Am 2. Dezember 2010 fand sich dann das FIFA Komitee zusammen um über den Austragungsort der WM zu votieren. Erst wenn eine Bewerbung die absolute Mehrheit der Stimmen auf sich vereinen kann wird die WM dabei vergeben. Der Kandidat mit den wenigsten Stimme in einer Wahlrunde scheidet aus dem Verfahren aus. In nur zwei Runden konnte man sich einigen und vergab die WM an Russland. Da auch die WM 2022 am selben Tag vergeben wurde, welche ja bekanntlich in Katar stattfinden soll, war die ganze Wahl lange Zeit umstritten und ein zentraler Teil des Untersuchungsausschusses im FIFA Korruptionsskandal von 2014.

Wie läuft die WM-Qualifikation für das Turnier ab?

Bis zur WM 2026 nehmen an der Endrunde des Turniers 32 Mannschaften teil. Im Falle der WM in Russland müssen sich 31 Teams davon qualifizieren, der Gastgeber ist traditionell gesetzt. Die restlichen Teams kommen aus den 6 großen Kontinentalverbänden der FIFA die jeweils ihre eigenen Qualifikationsrunden zwischen 2015 und 2017 austragen, bei denen insgesamt Teams aus über 200 Mitgliedsländern um die Plätze bei der WM kämpfen. Diese Verbände sind die CONMEBOL für Südamerika, die UEFA für Europa, der CONCACAF für Nord- und Mittelamerika, der OFC für Ozeanien, der AFC für Asien und der CAF für Afrika. Jeder Verband hat dabei eine feste Anzahl an möglichen Plätzen für die Qualifikation, wobei ein CONCACAF und ein AFC Team in Play-Offs um einen weiteren Platz kämpfen und ein CONMEBOL und OFC Team um einen weiteren. Europa stellt traditionell mit 13 Teams den größten Teil der Qualifikanten dar.

VerbandTeilnehmerQualifizierte Teams
UEFA13+ GastgeberRussland (Gastgeber)
CONMEBOL4 oder 5Brasilien
CONCACAF3 oder 4
CAF5
AFC4 oder 5
OFC0 oder 1

Die WM-Quali in Europa

In Europa ist die WM-Qualifikation recht einfach geregelt. Es werden 9 Gruppen mit je 6 Teams aus 6 Töpfen gelost. In welchem Topf man ist, bestimmt die Platzierung innerhalb der FIFA Weltrangliste. Diese Gruppen spielen dann in Hin- und Rückspiel gegeneinander, die 9 Gruppenersten sind direkt für das Turnier in Russland qualifiziert. Die 8 besten Gruppenzweiten werden anschließen per Losferfahren zu vier Play-Off begegenungen, ebenfalls mit Hin- und Rückspiel gelost. Die jeweiligen Sieger dieser Partien sind ebenfalls für das Turnier in Russland qualifiziert. Im Moment ist Halbzeit bei der Qualifikation. Fünf der 10 Spieltage in Europa sind ausgespielt und es zeichnen sich bereits erste heiße Kandidaten für das Turnier in Russland ab. Neben der DFB-Elf von Trainer Jogi Löw sind die Eidgenossen aus der Schweiz eines von nur zwei Teams das es geschafft hat nach der Hälfte der Qualifikation eine weiße Weste zu haben und alle Spiele zu gewinnen. Frankreich und Polen stehen in Gruppe A und Gruppe B ebenfalls gut da und dürfen, sollte nichts schiefgehen die Planung für Russland starten.

Einen immer aktuellen und guten Überblick über die Qualifikation in Europa findet ihr hier: WM-Quali Europa.

Deutschland ist nicht nur Weltmeister 2014 sondern auch bei der WM 2018 wieder Mitfavorit. In der WM-Qualifikation ist ihre Bilanz bislang makellos. Photo: Shutterstock.

Die WM-Qualifikation in Südamerika

Noch einfacher als die Europäer machen es sich nur die Südamerikaner. in der CONMEBOL Qualifikation treten alle 10 Nationen des Kontinents in einer großen Gruppe mit Hin- und Rückspiel gegeneinander an. Die ersten 4 Teams dieser Gruppe sind direkt für das Turnier qualifiziert, der Fünftplatzierte muss gegen den Sieger der Ozeanienqualifikation antreten. Bereits ende März schaffte es Brasilien sich als erstes Team neben Gastgeber Russland das Ticket für die WM 2018 zu sichern. Sie spielten bisher eine derart gute Qualifikation dass sie bereits drei Spieltage vor Schluss rechnerisch nicht mehr aus den Qualifikationsrängen zu verdrängen sind. Wer sich neben Brasilien qualifizieren wird ist noch offen, jedoch muss man wohl mit Teams wie Chile, Uruguay Kolumbien und Argentinien rechnen. Leo Messis Argentinien hat in der aktuellen Qualifikation jedoch mit massiven Schwierigkeiten zu kämpfen und steht im Moment nur auf Play-Off Platz 5.

Hier findet ihr eine Übersicht über den aktuellen Stand der Qualifikation in Südamerika.

Brasiliens Nachwuchsteam bei den olympischen Spielen 2016 in Rio. Sie sind das erste Team dass sich neben Russland für das Turnier qualifiziert haben. Photo: Shutterstock.

Die WM-Qualifikation in Nord- und Mittelamerika

Im CONCACAF Verband muss man wohl Play-Off Spiele lieben. Gleich die ersten drei Runden der Qualifikation bestehen hier aus K.O. Spielen. In Runde 1 trafen sich die 14 Teams mit dem niedrigsten Rang in der FIFA-Weltrangliste(Zur Veranschaulichung: Platz 22-35 der Internen Rangliste) zu Heim- und Auswärtsspielen un ermittelten 7 Sieger. Diese Sieben und die nächstbesseren 14 Teams (Platz 9-21 der internen Liste) in der Weltrangliste aus der Region spielten wiederum Play-Off Spiele bei denen die 10 Sieger in die dritte Runde vorstoßen konnten. In Runde drei Spielten schließlich die 10 Sieger aus Runde zwei und die nächstbesten 2 Teams (7-8 der Rangliste) im gleichen Format gegeneinander. Die 6 Gewinner dieser Spiele und die 6 bestplatzierten Teams in der Weltrangliste aus der Region wurden schließlich in zwei Sechsergruppen gelost und Spielen nun in einem Ligasystem die Qualifikanten für die letzte Gruppenphase aus. Die besten drei Teams aus beiden Gruppen bilden dann die finale Qualigruppe aus der die ersten drei Teams direkt für Russland qualifiziert sind, der viertplatzierte spielt in einem Play-Off Spiel gegen ein Team aus dem asiatischen AFC. Die heißesten Anwärter für die Plätze bei der WM des CONCACAF sind traditionell die USA, Mexiko und Costa Rica.

Mexikos Chicharito feiert nach einem Tor. Die Mexikaner gelten als einer der Favoriten in der CONCACAF-Qualifikation. Photo: Shutterstock.

Die WM-Qualifikation in Asien

Die Qualifikation des AFC in Asien verläuft ähnlich wie die des CONCACAF. 2015 begann man mit einer K.O. Runde der 12 niedrigstplatzierten Teams des Verbandes. Die sechs Sieger und die restlichen 34 Teams des Verbandes wurden danach in 8 Gruppen a 5 Teams verteilt. Die 8 Gewinner und 4 besten Zweiten qualifizieren sich für die letzte Gruppenphase der WM-Quali und die Finalrunde der Asienmeisterschaft 2019. In der Gruppenphase qualifizieren sich schließlich die beiden besten Teams aus den Sechsergruppen direkt für die WM, die beiden Gruppendritten spielen zunächst ein Play-Off Match gegeneinander aus, der Sieger spielt gegen den Viertplatzierten aus der CONCACAF-Qualifikation um die Teilnahme an der WM. Die stärksten Teams aus Asien in den letzten Jahren waren meist Australien, Japan, Südkorea, der Iran und Saudi-Arabien.

Australien spielt seit 2005 nicht mehr in ihrer eigentlichen Heimkonföderation OFC sondern in der asiatischen AFC. Hier ihr Nationalteam 2016. Photo: Shutterstock.

Die WM-Qualifikation in Afrika

In Afrika wird die Qualifikation für die WM in 3 Runden ausgespielt. In der ersten Runde treffen die 26 Teams mit der niedrigsten Platzierung in der FIFA Weltrangliste in Heim- und Auswärtsspielen aufeinander. Die 13 Sieger und die restlichen Teams aus Afrika spielen wieder im Play-Off Format zwei Spiele gegeneinander, die 20 Sieger kommen in Runde 3. In der letzten Runde werden die 20 Mannschaften in 5 Vierergruppen gelost und Spielen in einem Ligasystem mit Hin- und Rückspiel gegeneinander. Die 5 Sieger der Gruppen qualifizieren sich schließlich für die Weltmeisterschaft. In Afrika muss man vor allem mit Teams wie Algerien, Kamerun, der Elfenbeinküste, Ghana und Senegal rechnen.

Bei der WM 2014 konnte Algerien bis ins Achtelfinale vorstoßen, erst der spätere Weltmeister Deutschland war eine Nummer zu groß für die Nordafrikaner. Sie sind auch 2018 wieder einer der Favoriten in der CAF Qualifikation. Photo: Shutterstock.

Die WM-Qualifikation in Ozeanien

Der letzte und zugleich kleinste Kontinentalverband der FIFA ist Ozeanien. Der Verband bekommt nur einen Play-Off Platz gegen die meist übermächtigen Nationen aus Südamerikas CONMEBOL. Auch im OFC splittet sich die Qualifikation in drei Runden. In der ersten Runde spielen die Mikronationen aus Amerikanisch Samoa, Samoa, den Cook Inseln und Tonga ein Mini-Turnier aus. Der Gewinner und die 7 verbleibenden Nationen aus dem Verband treten in einem weitern Turnier gegeneinander an. Die Top 3 der beiden Gruppen schaffen es in die 3 Runde der WM-Quali, die ersten beiden der Gruppe kommen in die K.O. Phase des Turniers und spielen den OFC Kontinentalmeister aus. In der letzten Runde kommt der Sieger der Gruppe in das Play-Off Spiel gegen den Fünftplatzierten der CONMEBOL Gruppe aus Südamerika. Der aktuelle Meister und stärkste Gegner in der OFC Gruppe ist Neuseeland. Sie sind auch beim Confed-Cup 2017 in Russland zu Gast.

Neuseeland ist zwar Favorit in der OFC-Quali, die Chancen gegen den potentiellen Gegner aus der CONMEBOL zu bestehen sind jedoch wohl sehr gering. Photo: Shutterstock.

Deutschland bei der WM 2018

Nach der Hälfte der Qualifikation in Europa steht Deutschland Souverän auf Platz 1 der Qualigruppe C. Wenn alles so weiter geht wie erwartet wird man vielleicht schon im Herbst das Ticket für Russland lösen können. Alles in allem sind dies gute Vorzeichen für den Erfolg des langsamen Generationenwechsels der seit dem Titelgewinn 2014 in Brasilien vollzogen wurde. Neben Philip Lahm, Per Mertesacker und Miro Klose direkt nach der WM verabschiedeten sich auch Bastian Schweinsteiger und Lukas Podolski nach der EM 2016 aus der Nationalmannschaft. Die jungen Spieler die in ihre Fußstapfen traten haben sich bisher aber wirklich gut geschlagen. Das Ziel von Jodi Löw, den Titel in Russland zu verteidigen könnte also tatsächlich gelingen. Sieht man sich an wie viele junge Spieler Joi Löw in den letzten Jahren an das Team herangeführt hat muss man sich also um die Zukunft der Nationalmannschaft keine Sorgen machen. Wirft man einen Blick auf den Kader für den Confed Cup 2017 wird man in dieser Vermutung nur bestärkt.

Welche Spielorte wird es bei der WM 2018 geben?

Die WM 2018 wird wie schon die letzten Turniere davor an 12 Spielorten ausgetragen. Moskau stellt dabei als einzige Stadt zwei Spielorte mit dem Finalstadion “Luschniki”, dem neu umgebauten ehemaligen Olympiastadion mit Platz für 81000 Zuschauer und der Heimspielstätte vom Spartak Moskau, dem Spartak Stadion. Viele der Spielstätten befinden sich im geographischen Westen Russlands. Das flächenmäßig größte Land der Welt ist in seinen östlichen Teilen infrastrukturell nicht gut entwickelt und auch nur spärlich besiedelt. Weitere Spielorte werden Kaliningrad, Nishny Novogrod, St. Petersburg, Kasan, Sotschi, Samara, Volgograd, Rostow, Saransk, Yekatarinenburg und Krasnodar sein. Zehn der Stadien für die WM 2018 wurden komplett neu gebaut, nur zwei wurden umgebaut oder renoviert. Die russische Regierung und der russische Fussballverband schätzen die Investitionssumme für die WM 2018 auf über 7 Milliarden Euro.

Russland ist das größte Land der Welt. Die Spielorte der WM sind alle im dichter besiedelteren Westen des Landes zu finden. Eine Karte Russlands in den Landesfarben.

Wie sieht der Spielplan der WM 2018 aus?

Bei der WM 2018 wird es wie auch schon 2014 in Brasilien wieder 8 Gruppen a 4 Teams geben. Der Erste und Zweite jeder Gruppe qualifiziert sich danach für die Achtelfinalspiele. Danach werden die Viertel- und Halbfinalspiele ausgetragen bevor es am vorletzten Tag des Turniers zum Spiel um Platz 3 kommen wird und schlussendlich zum großen Finale am 15. Juli 2018 im Luschniki Stadion. Die magische Zahl für jedes Team ist dabei 7. So viele Spiele muss man Spielen um ins Finale zu kommen. Das siebte Spiel ist dann das große Highlight, das Endspiel.

Wer überträgt die WM 2018?

ARD und ZDF haben wie schon bei den letzten Turnieren die Rechte für alle Spiele der Weltmeisterschaft in Russland inne. Sie werden alle Gruppenspiele und K.O. Spiele auf ihre beiden Sender verteilt übertragen. Dabei kosten die Übertragungsrechte für die WM in Russland laut eigenen Angaben der Sender rund 218 Millionen Euro. Die Spiele werden, anders als bei der WM in Brasilien nur unter einer Stunde Zeitverschiebung leiden und somit für alle Fans in Deutschland und Europa problemlos zu gewohnten Zeiten zu sehen sein.

Websiten zur WM 2018

Viele weitere Infos und Artikel zur WM 2018 und alles drumherum könnt ihr bei den folgenden Webseiten finden:

www.fussball-wm-2018.com

www.wm-2018.net

Außerdem findet ihr viele weitere Infos von der FIFA und WIkipedia hier:

https://de.wikipedia.org/wiki/Fu%C3%9Fball-Weltmeisterschaft_2018

http://de.fifa.com/worldcup/

Was schauen bis zur WM 2018?

Die WM 2018 ist noch über ein Jahr weit weg, aber auf Nationalmannschaftsfussball möchtet ihr nicht verzichten? Dann gibt es im Sommer 2017 Abhilfe für die Sehnsucht nach großen Turnieren: Den Confed-Cup. Bei dem Turnier vom 17. Juni bis 2. Juli 2017 in Russland wird die Organisation und Infrastruktur des Gastgeber auf einem ersten Härtetest unterzogen. Acht Mannschaften nehmen am Turnier teil. Die sechs Kontinentalmeister aus Südamerika (Chile), Asien (Australien), Ozeanien (Neuseeland), Afrika (Kamerun), Nord- und Mittelamerika (Mexiko) und Europa (Portugal). Außerdem dabei sind Weltmeister Deutschland und Gastgeber Russland. In zwei Vierergruppen spielt jeder gegen jeden, die ersten beiden jeder Gruppe Spielen danach in Halbfinale und Finale den Sieger des Confed-Cups aus. Als Favoriten gelten vor allem Deutschland, Chile und Portugal.